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Freitag, April 11, 2014

innocent story #5 - Sommerurlaubsplanung

Drei Wochen bleiben mir zwischen Juli und August, loszulassen von dem, was mich bei Überfluss unglücklich macht. Was erwarte ich mir von meiner Reise?
In mir steckt ein dicker Kloß aus Ungeduld, Unzufriedenheit und Unzulänglichkeit. An den unangebrachten Stellen bin ich zu gelassen und andere beschäftigen mich zu sehr. Ich habe nicht das Gefühl, dass die Tätigkeit, mit der ich gerade den größten Teil meines Tagesablaufs verbringe, mir noch weiterhelfen kann. 
Kann ich noch etwas lernen in diesem Zustand? Zu Beginn des Jahres Anfang September platzte mein Kopf beinahe vor Inspiration, vor Eindrücken, meine Sinne waren benebelt von der komplett neuen Lebenssituation. Die vielen neuen Menschen, Charaktere, Meinungen.
Ich habe mich spürbar weiterentwickelt. Doch stehe ich nun, da die Routine unaufhaltsam wie eine riesige Dampflok in mein Leben gekracht ist und unabbaubar in meiner Wohnung steht, still?
Ich möchte also aus der Routine entfliehen in den drei Sommerwochen. Das erhoffen sich viele von ihrem Urlaub, ohne es sich richtig bewusst zu sein. Der Routine entfliehen bedeutet für mich plastisch gesehen, pflichtenlos und nicht an Zeiten gebunden zu sein. Schlechter Laune am Arbeitsplatz ausweichen zu können. Nicht ans Wasser sparen oder Wäsche waschen zu denken. Handy aus. Kein ständiger Kontakt über WhatsApp zu Familie und Freunden. Mehr beten. Sonne genießen können. Augen zu und laufen. Nicht Fahrrad fahren. Rumalbern und ernst sein mit meiner besten Freundin. Mit fremden Leuten Wein trinken und rausfinden, ob ich sie mag. Die Umgebung erkunden und viel zu weit zum Supermarkt laufen, obwohl einer gleich um die Ecke ist. Baden gehen und sich treiben lassen. Langeweile nutzen. Schreiben können, weil ich das will und nicht, weil ich das sollte. Lieder ausdenken und laut singen. Nicht drauf achten, angemessen auszusehen. Terminkalender Zuhause lassen. Gut zu mir sein. Auf warmer, kribbeliger Erde liegen und den Wolken Namen geben. Geschichten erzählen. Tanzen zu chinesischer Musik. Kind sein. Haare flechten und Blumen reinstecken. Küsse und strahlende Augen.

Ich will nach Laurasien.

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