Eine Aktion, die momentan sehr große Wellen schlägt, ist die Kampagne 100happydays.com. "Kannst du für 100 Tage hintereinander glücklich sein?" Begrüßt wird man mit dem traurigen Fakt, dass 71 % der Teilnehmer die Challenge, 100 Tage hintereinander ein Foto von etwas zu posten, das ihn/sie heute glücklich gemacht hat, aus Zeitgründen abbrechen. Haben wir keine Zeit, glücklich zu sein? Diese Frage wird infolgedessen provokant gestellt.
Ich persönlich sehe das etwas distanzierter. Glücklich sind wir auch ohne Foto. Wir nehmen es nur anders, leider häufig gar nicht, wahr. So nehme ich die Challenge für mich als eine Chance, die kleinen Momente an einem Tag mehr zu schätzen. Wenn ich dreimal am Tag vergesse, etwas zu fotografieren, das eigentlich tauglich gewesen wäre, überlege ich auch abends im Bett noch, was ich mir jetzt noch Gutes tun könnte zum Glücklichsein, um nicht zu versagen. Schlecht ist diese Kampagne also definitiv nicht, auch wenn die Schlussfolgerung, wir hätten keine Zeit zum Glücklichsein, nicht so ganz getroffen werden kann.
Nach ein wenig Motivationstext trägt man Namen, Land, e-Mail-Adresse, Startdatum der Challenge, Lieblingsplattform (Instagram, Facebook, Twitter, Tumblr oder ganz privat per Mail), Wunschhashtag, Benutzername, die aktuelle Glücklichkeitsskala und den persönlichen Teilnahmegrund ein.
Auf eine Bestätigungsmail wartet man vergebens, wer hinter der Aktion steckt, wird nirgendwo ersichtlich und FAQs oder dergleichen sucht man auch ohne Erfolg. Internetrecherchen zu dem Thema führten ins Nichts, niemand schien diese Herausforderung abgeschlossen zu haben. Sollte sich nach 100 Tagen tatsächlich niemand bei mir melden, werde ich das natürlich veröffentlichen - jedoch habe ich so ein Bauchgefühl, dass es dann unwichtig ist. Man macht diese Challenge für sich, in diesem Fall ist mal wieder der Weg das Ziel, Misstrauen eigentlich fehl am Platz. Auch wenn ich mich am Ende über Gratulation und das kleine versprochene Büchlein mit meinen 100 Bildern freue, sollte meine persönliche Veränderung und "Positivierung" im Laufe des knappen Dritteljahres der eigentliche Erfolg der Herausforderung sein.
Samstags werde ich die #100happydays der ganzen letzten Woche posten.
Ich habe meine Challenge am 27.03.2014 gestartet.

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