Ich frage mich nur: was ist, wenn wir vollkommen im Dunkeln tappen? Wer versichert uns, dass das, was wir sehen und erleben, auch der wirklich wahren Wirklichkeit entspricht? Solange es so etwas wie eine wirklich wahre Wirklichkeit überhaupt gibt.
Oft habe ich mir die Frage gestellt, ob wir tatsächlich alle das Gleiche sehen. Das fängt bei den Farben an.
Zwar können wir einen Rasen sehen und uns darin einig sein, dass er grün ist, aber was definiert eine Sache als Grün? Wir haben in jungen Jahren die Farbvielfalt kennengelernt und mitgeteilt bekommen, dass ein Himmel blau ist, doch vielleicht sieht dein Nächster den Himmel in einer Farbe, die du rot nennen würdest und hat sein ganzes Leben mit scheinbar für dich verdrehten Farben verbracht - eben eine andere Wirklichkeit.
Manchmal stelle ich mir auch vor, ich lebe einen einzigen Traum. Was ich sehe, fühle, denke - wer sagt mir, dass das wirklich passiert und nicht ein einzig großes Hirngespinst meiner eventuell dann gar nicht in der Art existierenden Selbst ist? Der Glaube an derarte Fantasien fällt schwer, doch warum? Mir fehlt das Infragestellen der so alltäglichen Dinge, der Metaexistenz, der Wahrnehmung, bei meinen Mitmenschen. Etwas als gegeben hinzunehmen ist eine Krankheit der heutigen Gesellschaft. Kritisiert wird viel, doch ich wünsche mir mehr Gehirn und weniger kalte Realität. Wahrscheinlich fällt es schwer, diesen Gedankengang nachzuvollziehen und vielleicht wirkt der Text auch nur wie sinnloses Hirngeblubber aus tiefen möchtegernphilosophischen Gegenden, doch ich kann diese Gedanken nicht mehr verdrängen.
Die Frage, die sich zu diesem Thema jeder stellt, ist, ob wir allein sind. Ich empfinde beide mögliche Antworten als unheimlich. Allein im Universum auf einem vergleichsweise kleinen, heißen Erdklumpen herumzuschwirren ist kein angenehmer Gedanke, doch der Gedanke an verwandte oder komplett unbekannte Spezien irgendwo anders verängstigt oder fasziniert sogar noch mehr. Sollten wir tatsächlich nicht allein sein, frage ich mich direkt wieder, wie diese Spezies uns wahrnehmen würde, sollte sie es überhaupt tun. Eventuell haben die eine Welt wie unsere und stellen sich auch Fragen dieser Art - oder sie haben bereits Antworten auf Fragen dieser Art gefunden und Hinterfragungen unserer eigenen Wahrnehmungen sind dann derart lächerlich, dass diese in den meisten Köpfen verdrängt werden.
Ein Schritt, herauszufinden, ob die anderen sehen, fühlen und denken, was ich sehe, fühle und denke ist, die Kommunikation darauf zu erweitern. Ich möchte Fragen stellen, die im ersten Moment vollkommen psychopathisch wirken. Ich möchte Gedanken ins Rollen bringen oder ebenso psychopathische Antworten bekommen.
Also, erzählt mir: Wie wirkt die Farbe Gelb auf dich? Was löst sie in dir aus? Woran erinnert dich der Geruch von Regen und wodurch kommt diese Assoziation zustande? Denkst du manchmal darüber nach, ob du allein bist mit deiner Denkweise? Deiner Wahrnehmung? Auf der Welt? Im Universum?
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